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Aktuelles

Stellungnahme zu Test, Heft 6-2010: „Der Bio-Check“

Stiftung Warentest (STIWA) hatte im Heft 6-2010 klären wollen, ob Öko-Lebensmittel wirklich besser als herkömmliche Lebensmittel seien. Grund genug, einige Argumente der Tester ein wenig genauer zu beleuchten. Weitere Infos finden Sie in der  Naturland Stellungnahme und in der  Pressemitteilung des BÖLW .

 


Der Öko-Spargel kommt

Mit einigen Tagen Verspätung kommt er nun – der Spargel! Die niedrigen Temperaturen haben dem Spargel in den letzten Wochen stark zugesetzt, so dass die diesjährige Ernte voraussichtlich Anfang Mai beginnen und möglicherweise etwas geringer ausfallen wird als in den Vorjahren.

 Farbenvielfalt und Auswahl

Öko-Spargel gibt es in weiß, grün, rot-violett und neuerdings auch in blau: Weißer Spargel wächst unterirdisch. Auffällige kleine Erddämme schützen ihn vor Sonnenlicht und somit vor Verfärbungen. Violetter und blauer Spargel werden erst geerntet, wenn sie die Erdoberfläche bereits durchbrochen hat. Das Sonnenlicht verleiht ihnen hierbei die markanten Farben. Der Grüne Spargel wird nicht zugehäufelt, ist etwas dünner, herzhafter und nährstoffreicher als weißer. Er hat ausreichend Zeit, sich auf den flachen Beeten zu entfalten.

 Rezepte, Rezepte, Rezepte

Spargel bietet deutlich mehr Kreationsmöglichkeiten, als mit Schinken serviert oder zu Suppe verarbeitet zu werden: Testen Sie das edle Stangengemüse doch einmal gebraten, als Pfannekuchenfüllung oder als Salat. Als originelle Garnitur empfehlen wir Wildkräuter: Mit ihrem spargelähnlichen Geschmack runden beispielsweise das Labkraut oder die Vogelmiere viele Spargelgerichte ab. Weitere Spargelrezepte finden Sie zum Beispiel unter www.spargelseiten.de.

Haben wir Ihre Spargel-Lust geweckt?

Öko-Spargel können Sie direkt beim  Naturland Erzeuger, in den meisten Naturland Hofläden (www.naturland.de/einkauf.html) sowie in den Naturkostfachgeschäften und Öko-Supermärkten erhalten.


Frontal 21 „Missstände in Schlachthäusern“ vom 06.04.2010

In der Sendung des ZDF wurde darüber berichtet, dass viele Tiere vor dem Schlachten unzureichend betäubt werden und das Bioschiene am Schlachthof enden würde – es also ab diesem Zeitpunkt keine Unterschiede mehr zur konventionellen Produktion geben würde. Diese Aussage ist falsch:

Zu den Öko-Schlachthöfen
Die hygienischen Anforderungen an einen in der EU zugelassenen Schlachthof sind sehr hoch. Daher schlachten heute nur noch wenige Metzger selbst – viele lassen ihre Tiere extern schlachten. Um den Transportweg möglichst kurz zu halten, lassen Öko-Metzger ihre Tiere i.d.R. in einem naheliegenden Schlachtbetrieb schlachten. Der kurze Transport kommt der Umwelt zugute und erspart den Tieren unnötige Qualen. So begrenzt z.B.  Naturland in seinen Richtlinien die Transportzeit auf max. 4 Stunden und die Transportentfernung auf max. 200 km. Schlachtstätten, in denen ausschließlich Öko-Tiere geschlachtet werden, sind aufgrund der geringen Anzahl der Tiere selten. Alle Schlachtbetriebe, die Öko-Tiere schlachten, werden durch staatlich zugelassene Kontrollstellen auf Einhaltung der Rechtsvorgaben und der Richtlinien für Öko-Produkte überprüft.

Zur Schlachtung
Die in der Frontal-21-Sendung dargestellten Beispiele sind äußerst erschütternd. Die rechtlichen Vorgaben zur Vermeidung derartiger Qualen sind jedoch eindeutig. So belegt der Bericht, dass die Wirksamkeit der Betäubung entscheidend vom einzelnen Mitarbeiter abhängt. Hier gibt es leider noch großen Verbesserungsbedarf, z.B. bei der Schulung des Personals, aber auch bei der Weiterentwicklung der Schlachttechnik.

Es wurde in der Sendung behauptet, dass die „Bioschiene am Schlachthof enden würde und der Schlachthof ein Flaschenhals sei“. Diese Aussage ist nicht richtig:

- Ein Schlachthof, der konventionelle und ökologische Tiere schlachtet, muss grundsätzlich zuerst alle Öko-Tiere verarbeiten und darf sich erst danach den konventionellen Tieren widmen. So wird eine Trennung von "Öko-" und "konventionellen“ Tieren zusätzlich zu den Ohrmarken und Stempeln sicher gestellt. Zudem müssen die Vorgaben der EU-Öko-Verordnung und bei Naturland Tieren auch die Vorgaben der strengeren Naturland Richtlinien erfüllt werden. So legt Naturland beispielsweise verschiedene Verfahren fest, mit denen die Tiere vor dem Schlachten beruhigt werden und ein fachgerechter Schlachtvorgang sichergestellt werden soll. Die für Naturland Betriebe geltenden Bestimmungen können Sie den „Naturland Richtlinien – Verarbeitung 05/2009 Teil D. Produktgruppenspezifische Verarbeitungsrichtlinien, I. Verarbeitungsrichtlinien für Fleisch und Fleischwaren“ ab Seite 17 sowie den Naturland Erzeugerrichtlinien unter Punkt „7. Transport und Schlachtung“ auf Seite 23 entnehmen. Die Richtlinien habe ich Ihnen als Anhang beigefügt.

- Die Öko-Tiere müssen zuerst geschlachtet werden. Dadurch sind die meist kleineren Schlachtpartien bei der Schlachtung gegenüber den Durchgängen mit konventionellen Tieren übersichtlicher zu handhaben, der Zeitdruck für die Schlachter entsprechend geringer. Dies ist ein wichtiges Kriterium, um den beschriebenen Zuständen weitgehend vorzubeugen.
 
- Nach der öko-kontrollierten Schlachtung geht „die Öko-Schiene“ übrigens beim Öko-Fleischverarbeiter bis hin zum Endverkauf weiter: Zum Beispiel bei Naturland mit dem Verzicht auf die meisten Zusatzstoffe, Verbot einiger Verarbeitungsverfahren und mit dem Einsatz von Öko-Gewürzen und die Verwendung von mindestens 95% Öko-Zutaten. Dies geschieht alles unter der Öko-Aufsicht der staatlich anerkannten Kontrollstellen, die auch die Etikettierung mit Öko-Kennzeichnung kontrollieren!

Die Behauptung, dass die „Bioschiene am Schlachthof enden würde“ ist also inhaltlich nicht korrekt, für den Verbraucher nicht nur missverständlich, sogar geradezu täuschend!


N3 Doku 45 min

Zu NDR-Dokumentation „45 Min - Glückliches Biotier?“
Am Dienstag, 02. März 2010 22:30 Uhr


Mehr Verwirrung als Information und unvollständige Recherchen

In der Sendung wurden 45 Minuten lang Bereiche der Schweine- und Geflügelhaltung herausgegriffen und beschrieben. Anhand einzelner Aspekte wurden die Kleingruppenhaltung, Freilandhaltung und Öko-Haltung beim Geflügel und die konventionelle und ökologische Schweinehaltung miteinander verglichen. Hierbei wurden beliebte Klischees bedient, die auch durch die Wiederholung nicht wahrer werden. Und es wurden Zusammenhänge teilweise unvollständig oder verzerrt dargestellt:
    
Jürgen Donhauser, ehemaliger Öko-Schweinehalter, klagt über das "unzeitgemässe" Stroh als Einstreu. Ein konventioneller Schweinehalter hingen schwärmt von den Vorzügen des Strohs. Richtig ist, dass die EG-Öko-Verordnung aus gutem Grund Einstreu für die Tiere vorschreibt. Wäre zur Sendung besser recherchiert worden, hätten die Zuschauer erfahren, dass Herr Donhauser wegen schwerer Richtlinienverstöße bereits nach zwei Jahren Öko-Bewirtschaftung ein Öko-Vermarktungsverbot (Juni 1999) und eine hohe Geldstrafe erhielt.

Stroh im Sauen-Wartebereich tut den Tieren gut, sorgt für Beschäftigung und dafür, dass die Klauen der Tiere nicht einseitig belastet werden: Dieser Meinung ist auch das Landwirtschaftszentrum Haus Düsse in NRW, das den Öko-Stall und den konventionellen Stall im direkten Vergleich betrachtet hat. Natürlich stellt Stroh-Einstreu höhere Anforderungen an den Betriebsleiter, da der Bereich ständig sauber gehalten werden muss. Eine Verpilzung des Strohs kann durch feuchte Witterung während des Pressens auftreten. Ist das Stroh öfter nass geworden oder zu feucht gepresst, gibt es Probleme – beim Öko-Stroh und beim konventionellen Stroh.

Es wurde dargestellt, dass der Öko-Landbau nur kleine Bevölkerungsteile versorgen könne – also sinngemäß etwas für verwöhnte „Töchter und Söhne“ reicher Eltern sei.
Abgesehen davon, dass „Öko“ heute bereits in allen Vermarktungsbereichen für jedermann erhältlich ist, zeigt der Beitrag, dass viele Errungenschaften der Öko-Bauern – wie die im Film gezeigten Mobilställe –  von den konventionellen Betrieben übernommen wurden. Ein weiteres Beispiel hierzu sind die ausgefeilten Techniken zur mechanischen Unkrautregulierung, die nur zu gerne von konventionellen Betrieben übernommen werden.

In der Sendung wurde mehrfach hervorgehoben, dass die Bevölkerung in den nächsten Jahren noch dramatisch zunehmen würde. Der Öko-Landbau könne jedoch den zukünftigen Welthunger – insbesondere den wachsenden Fleischbedarf – nicht decken.

Die Zuschauer wurden nicht darüber informiert, dass der Weltagrarrat zu einem anderen Ergebnis gekommen ist: Demnach kann nur durch ökologische Wirtschaftsweisen, die ressourcenschonend dem Standort angepasst sind, unsere Ernährung nachhaltig gesichert werden. Denn gerade die ressourcenschonende nachhaltige Wirtschaftsweise des Öko-Landbaus in Bezug auf Boden, Wasser, Klima und Artenvielfalt hat Vorteile gegenüber der kapitalintensiven Landwirtschaft.

Ein weiteres Problem: Exportierte Geflügelreste aus Europa können den mit Kleinkrediten aufgebauten Markt in Afrika schaden. Wir müssen nicht die Welt ernähren, die Bevölkerung muss und kann sich selbst ernähren, wenn wir ihnen die Märkte nicht kaputt machen (Quelle: Das globale Huhn, 2008).

Klar ist, dass jegliche landwirtschaftliche Anbaumethode überfordert ist, wenn allein ihr die Lösung des Welthungers aufgebürdet wird. Ökologische Landwirtschaft kann jedoch die Weltbevölkerung ernähren, wenn parallel die Ursachen für Hunger und Armut beseitigt werden und der Fleischkonsum weltweit in einem für Menschen und Umwelt gesunden Maße gesenkt wird.

Udo Pollmer behauptete, dass der Öko-Landbau weniger effizient sei und auf den Mist der Tiere als Dünger angewiesen sei. Da der Mist jedoch nicht ausreiche, müsse (sinngemäß) Mist aus aller Welt herangeschafft und Futter in großen Mengen zugekauft werden. Richtig ist, dass Tiermist für den Öko-Bauern ein wichtiger Dünger ist und die Anzahl der Öko-Tiere flächengebunden ist. Es werden im Öko-Landbau also nur so viele Öko-Tiere gehalten, wie der Boden aufnehmen kann und kein Dünger ins Grundwasser oder in die Atmosphäre gelangt. Ein derartiges Mistmanagement ist in der konventionellen Tierhaltung unüblich.
Verschwiegen wurde dem Zuschauer, dass Öko-Erzeuger ihre Düngung nicht allein auf den Mist der Tiere aufbauen. Im Rahmen einer ausgeklügelten Fruchtfolge, stellen sie sicher, dass dem Boden durch stickstoffliefernde Pflanzen wie Leguminosen fehlenden Nährstoffe wieder zugeführt werden.

Die gesamtgesellschaftlichen Leistungen, die der Öko-Landbau mit dem ökologischen Pflanzenbau und der ökologischen Tierhaltung erbringt, wurde in dem Beitrag nicht erwähnt. In den Bereichen Boden-, Wasser-, Klima- und Artenschutz ist der Öko-Landbau die nachhaltigste Form der Landbewirtschaftung. Diese Punkte müssen bei einer vergleichenden Betrachtung von Öko-Landbau und konventionellem Landbau berücksichtigt werden, ansonsten wird den Zuschauern nur ein Teil der „Wahrheit“ geschildert.

Richtig ist das Schlusswort in der Sendung: Das Wohlbefinden der Tiere steht und fällt mit dem Landwirt, der sie hält!


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